Kurzgeschichten
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Eure Ideen und Vorlieben dienen als Inspiration für meine Erzählungen. Ich liebe diese interaktive Erfahrung und freue mich darauf, Eure Vorschläge in spannende Geschichten zu verwandeln und Dich somit aktiv in den Prozess einzubeziehen!
Preview der Kurzgeschichten

Anthea strich durch ihre weiße Robe. Sie war die jüngste Hetäre in ganz Griechenland. Und die schönste. Mochten die Götter Aphrodite auf ewig preisen, so wie es die Menschen taten. So wie sie es tat. Denn Aphrodite hatte sie gesegnet.
Anthea war erfolgreich. Sie war berühmt. Und ihre Musik war, neben ihrer anderen Tätigkeit, das, was sie bekannt machte. Sie spielte mit den Sinnen der Männer und Frauen gleichermaßen. Alles zu Ehren ihrer Göttin.
Ihre Stimme entlockte so manchen Besuchern ihrer Obhut einen Laut, den sie ihren Lebtag nie wieder vergessen würden. Kraftvoll. Lebendig. Gierig. Aphrodite selbst könnte vor Neid erblassen. Und nicht nur die Liebesgöttin – auch all die anderen, die im Tempel der Aphrodite dienten. Es war ein zweischneidiges Schwert. Sie war geliebt und verhasst zugleich. Nicht nur von Rivalinnen, sondern auch von Liebhabern, die ihre Berühmtheit kaum ertrugen. Ihre Macht. Ihre Politik.
Anthea flocht ihre schwarzen Haare in ein Geflecht aus Olivenblättern, Kräutern und Perlen. Ihre goldenen Reife um ihre Handgelenke stellte sie besonder gerne zur Schau. Und sie klimperten bei jeder Bewegung. Wissend, dass sie beobachtet wurde. Sie sah sich im Spiegelbild des Wassers an. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen.
»Anthea«, flüsterte eine männliche Stimme. Márkos. Einer ihrer Geliebten. Sie ließ ihre Arme sinken und ihre leichte Seide tränkte sich in dem Wasser, an dem sie saß.
»Welche Konstellation lässt es zu, dass du heute Zeit für mich findest?«, erkundigte sich Anthea neckisch.
»Jede Sekunde, in der ich dich nicht sehe, ist wie ein Pfeil, der durch meine Brust schnellt. Ein Pfeil, den Eros selbst täglich schießt, um mich daran zu erinnern, wem es gehört. Es blutet für dich. Auf ewig.«
Anthea lächelte spitz, ließ sich jedoch nicht von seinen Worten einlullen. So redeten sie alle. Márkos kniete sich vor ihre Füße und küsste den Boden. In seinen Augen loderte ein Feuer und sie strich über seine Wange.
»Weswegen bist du hier, Márkos? Weswegen wirklich.«
Ein Geheimnis mit Folgen

Halloween Special
Ich hatte ein sehr gewöhnliches Leben. Jeden Tag ging ich meiner Arbeit als Anwalt nach und ging danach immer in den Imbiss die Straße runter. Ich gewann nur selten die Gerichtsverhandlungen. Man nannte mich einen Loser. Aber das war schon okay, denn ich liebte meinen Job. So sehr, ich wäre mir sicher, ich würde bis ans Ende meiner Tage zu jedem Gerichtstermin erscheinen und mich für das Recht einsetzen.
Meistens waren meine Klienten nachsichtig mit mir und meiner Schusseligkeit. Sie akzeptierten die Niederlage und ließen mich in Ruhe. Nun, zugegeben – sie waren dann immer im Gefängnis und konnten mir nicht mitteilen, ob sie sauer waren oder nicht. Aber das war schon in Ordnung!
Einer jedoch ... der war nicht so glücklich darüber, dass wir den Prozess verloren hatten. Der Klient schwor meinen Tod und musste mit viel Aufwand ruhig gestellt werden. Vor einigen Tagen war er aus dem Gefängnis ausgebrochen. Aber das war kein Grund zur Sorge!
Nichtsahnend ging ich also einige Tage später zur Arbeit und setzte mich für das Recht ein. Zumindest wollte ich das. Bevor ich verstand, was geschah, drang ein Messer durch meine Brust. Ah. Mein Klient hatte mich also tatsächlich heimgesucht, um mich zu töten. Tragisch.
Noch bevor ich den Boden erreichte, war ich tot. Ich beobachtete wie mein Körper traurig und leblos auf der Erde lag, während mein ehemaliger Klient zufrieden davoneilte. Moment.
Wie konnte ich das eigentlich sehen? Ich war doch tot! Etwas stimmte nicht. Ich sah an mir herab. Meine Gestalt war ein durchsichtiges Etwas. Und dann geschah auch schon etwas anderes. Ein Stöhnen verließ meine Lippen. Aber nicht meine durchsichtigen, sondern die meines Körpers auf dem Boden. Mein Körper richtete sich auf und sah sich verwirrt um.
»Gah?«
Na toll. Mein Körper war ein Zombie.

Da ist jemand salty
Wenn das Glitzern des frühen Morgens die Augen der müden Waldbewohner kitzelt, kann davon ausgegangen werden, dass Feen wieder ihre Streiche spielen. Feen sind nämlich besonders streichsüchtige Kreaturen. Scheu, wenn man sich ihnen mit schlechtem Herzen nähert, doch umso empfänglicher für das Licht eines Wesens, das mutig genug ist, sich ihren Streichen auszusetzen. Geliebt für ihre Flügel und gejagt für ihren Staub, zeigen sie sich jedoch immer seltener. So kommt es, dass nur noch Wenige das Glück erhalten, diese Geschöpfe in ihrem natürlichen Habitat zu finden.
Ganz und gar nicht scheu ist jedoch Elladan Erin Krilo, der von seinen Freunden einfach nur Dan genannt wird. Dan ist nämlich eine Fee, die dem Leben im Wald und damit der Sicherheit den Rücken gekehrt hat. Er lebt ein überraschend unbeschwertes Leben, was allein dadurch möglich ist, dass die wenigsten wissen, wie Feen aussehen. Schließlich haben nur wenige Kreaturen der Erde eine bewusst getroffen. Man könnte meinen, dass Feen in der heutigen Gesellschaft auffallen würden. Vor allem wegen ihrer Flügel und dem winzigen Körper, der auf einer Hand Platz finden kann. Doch seine Freunde helfen ihm so unbemerkt wie möglich zu leben. Und das gelingt ihnen auch, so lange Dan nicht übertreibt. Das ist allerdings gar nicht so leicht. Denn seien wir mal ehrlich: Die Streiche einer Fee sind niemals zu bändigen und können für ziemlich viel Aufsehen sorgen.
So auch heute.

Atemberaubend
Glitzernde Reflexionen tanzten auf der Oberfläche des Meeres. Mondstrahlen kämpften sich voran ins kräftige Blau. Doch das Licht konnte das Verborgene und Geheime der Tiefe nicht enthüllen.
Bis der Lichtschein einer Laterne die Aufmerksamkeit von etwas am Grund des Meeres erregte. Blubbernde Bläschen bildeten sich langsam. Eine Hand hob sich wellenartig voran. Ein Strudel brachte die umliegenden Algen zum Schwingen.
Das Schimmern von blauen Schuppen blendete jeden, der in Koras Richtung blickte. Fische schwammen dicht neben den Haaren der Meerjungfrau und suchten Schutz in ihrer Macht. Ungeachtet ihres Gefolges summte Kora ein Lied und stieg weiter auf, angezogen von dem ominösen Laternenlicht. Das umliegende Wasser noch einmal tief in sich aufnehmend, schloss sie ihre Kiemen und durchbrach die Wasseroberfläche. Die Wogen der Wellen, von einem Boot verursacht, stießen auf Koras schwarze Haut. Sie erhob sich weiter aus der Dunkelheit des Meeres und lauschte.
„Wie lange dauert das noch?“, fragte eine raue Stimme, die in Koras Ohren kratzte. Sie lugte vorsichtig zum Boot hoch. Das Licht blendete sie, doch die Aggressivität des Fremden reizte ihre Neugier.
„Beabsichtigst du, dass diese Hexe überlebt? Wir müssen weit genug vom Festland sein“, erklärte ein Zweiter.
Kora schlug ihre Schwanzflosse und ergriff mit ihren Fingern die Reling.
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